Bootsflüchtlinge mit einem sich nähernden spanischen Seenotrettungsschiff. In überfüllten Flüchtlingsbooten versuchen tausende Menschen nach Europa zu kommen. Viele von ihnen sterben auf hoher See. (Bild: „Cayuco approached by a spanish Salvamar vessel“ von Noborder Network - Flickr: cayuco approached by a spanish coast guard vessel. Lizenziert unter CC BY 2.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cayuco_approached_by_a_spanish_Salvamar_vessel.jpg#/media/File:Cayuco_approached_by_a_spanish_Salvamar_vessel.jpg

Täglich bege­ben sich Tausende Flüchtlinge aus Afrika und dem mitt­le­ren Osten nach einer gefähr­li­chen Flucht aus den lebens­be­dro­hen­den Umständen ihrer Heimatländer auf unsi­che­ren, über­füll­ten Booten aufs Mittelmeer, in der Hoffnung, Leib und Leben in Europa ret­ten zu kön­nen. Hunderte wer­den aus Seenot geret­tet, von Tausenden wis­sen wir, dass Kinder, Frauen und Männer bei ihrer Flucht übers Mittelmeer ums Leben kom­men. Von vie­len Opfern wer­den wir nie erfah­ren. Wie hoch die Zahl der Toten tat­säch­lich ist, ver­mag nie­mand zu sagen.

Die huma­ni­tä­re Antwort der EU auf das Flüchtlingsdrama vor den Südgrenzen Europas heißt nicht etwa alle ver­füg­ba­ren Mittel auf die Rettung der Menschenleben zu kon­zen­trie­ren. Vielmehr wur­de das unter ita­lie­ni­scher Federführung ste­hen­de Rettungsprogramm „Mare Nostrum“, wel­ches 130.000 Menschen jähr­lich ret­te­te im Jahr 2014 auf Druck der übri­gen EU-Staaten ein­ge­stellt und das neue Programm „Triton“, wel­ches mit einem erheb­li­chen gerin­ge­rem finan­zi­el­len Engagement eher auf Abschottung setzt und die Lebensrettung zur Nebensache wer­den lässt.

Ein Artikel auf der Webseite von ProAsyl erläu­tert wei­te­re Einzelheiten: Europas Schande: „Triton“ und „Mare Nostrum“ im Vergleich

Erst ange­sichts des öffent­li­chen Drucks und ange­sichts der dra­ma­ti­schen Bilder aus dem Mittelmeer sahen sich die Regierungen der EU-Staaten im Frühjahr 2015 gezwun­gen, mehr Gelder für die Seenotrettung ein­zu­set­zen. Von ihnen verw­schie­gen wur­de jedoch, dass selbst die auf­ge­stock­ten Triton-Mittel, weit hin­ter dem Einsatz der Mare-Nostrum-Mittel zurück­bleibt. Und: nach wie vor bleibt Triton ein Abschottungsprogramm.

Das Geld da ist, dürf­te jedem klar sein, wer fol­gen­de Grafik ver­in­ner­licht. Wer Millionen über Millionen für Gipfeltreffen mit Showeffekten aus­zu­gibt, soll­te an die­ser Stelle klei­ner kochen und mehr Gelder für wirk­lich wich­ti­ge Dinge aus­ge­ben.

Kostenvergleich G7-Gipfel – Mare Nostrum-Programm

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