Mit den stei­gen­den Asylzahlen spitzt sich auch die Debatte zu. Begriffe wie „fal­sche Flüchtlinge“, „Asylmissbrauch“ und „Wirtschaftsflüchtlinge“ sug­ge­rie­ren, dass immer mehr Menschen nach Deutschland kom­men, die kei­nen Grund zur Flucht haben. Tatsächlich fal­len die Schutzquoten für die ein­zel­nen Herkunftsländer sehr unter­schied­lich aus. Der MEDIENDIENST INTEGRATION hat die Situation in den zehn wich­tigs­ten Herkuftsländern von Asylbewerbern in einem Informationspapier zusam­men­ge­fasst.

Es gibt ver­schie­de­ne Gründe, war­um Menschen aus einem Land flüch­ten: Krieg, Gewalt, schwe­re Menschenrechtsverletzungen oder Armut. Meistens sind es gleich meh­re­re Faktoren, die einen Menschen dazu bewe­gen, ihre Heimat zu ver­las­sen, erklär­te die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ kürz­lich in einem Bericht.

In der Debatte über die stei­gen­de Zahl der Flüchtlinge macht sich auch Skepsis bemerk­bar: Laut der Studie „Die sta­bi­li­sier­te Mitte“ von 2014 denkt ledig­lich jeder zwei­te Deutsche, dass Asylsuchende tat­säch­lich vor Verfolgung oder Bedrohung flie­hen. 2014 zeig­te die ZuGleich-Studie, dass rund 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland davon aus­geht, dass vie­le Flüchtlinge bewusst täu­schen, um einen Aufenthaltsstatus zu erlan­gen. Auch in der Berichterstattung und in Argumenten eini­ger Politiker wird mit­un­ter zwi­schen „ech­ten“ und „fal­schen“ Flüchtlingen unter­schie­den.

Abgesehen vom Bürgerkrieg in Syrien und den Konflikten im Irak fin­den sich in der Debatte sel­ten Hinweise dar­auf, war­um Menschen aus bestimm­ten Ländern als Asylsuchende nach Deutschland kom­men. Ein Blick auf die „Top Ten“ der Herkunftsländer zeigt jedoch, dass pau­scha­le Annahmen über gan­ze Regionen oft nicht zutref­fen. So fin­den sich bei­spiels­wei­se von den 53 Staaten in Afrika ledig­lich zwei in der Liste der Hauptherkunftsländer.

Die Annahme, nur poli­ti­sche ver­folg­te Menschen sind „ech­te Flüchtlinge“ ist dabei nicht zutref­fend: Asyl erhal­ten Menschen in Deutschland, wenn sie glaub­haft machen kön­nen, dass sie poli­tisch ver­folgt wer­den (Art. 16a GG) – aber auch, wenn sie auf­grund ihrer „Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimm­ten sozia­len Gruppe oder wegen ihrer poli­ti­schen Überzeugung“ ver­folgt wer­den. Auch die Tatsache, dass Menschen wegen eines Bürgerkrieges nicht in ihre Heimat zurück­keh­ren kön­nen (Genfer Flüchtlingskonvention), gilt als schutz­be­dürf­tig. Manche Menschen erhal­ten zwar kei­nen Asyl- oder Flüchtlings-Status, kön­nen aber auf­grund der UN-Antifolterkonvention und ande­ren Gründen nicht abge­scho­ben wer­den. Sie leben dann als Geduldete in Deutschland. Die Gründe, in Deutschland Schutz zu erhal­ten, sind dem­nach unter­schied­lich.

 

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Wie ist die Situation in den Ländern, aus denen die meis­ten Flüchtlinge nach Deutschland kom­men? Der MEDIENDIENST hat in einem INFORMATIONSPAPIER die Lage in den “Top Ten” Herkunftsländern von Asylsuchenden zusam­men­ge­fasst. Als Quellen die­nen staat­li­che Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen.

Artikel und Informationspapier: Dennis Yücel

Dieser Artikel wur­de über­nom­men von der Webseite des mediendienst-integration.de.